Unbekannte Lyriker


Postillon d'Amour


Dieses Gedicht erschien im "Salon für Literatur, Kunst und Gesellschaft", 1867/1868 Band I (Herausgeber: E. Dohm & J. Rodenberg, Verlag von A. H. Payne, Leipzig) ohne Nennung des Verfassers. Allerdings maßen die Herausgeber diesem Gedicht einen gewissen Stellenwert zu, indem sie es mit einem Holzstich von Th. John (weitere Daten unbekannt) verbanden. Vorlage dieses Holzstichs war ein Aquarell des Malers Carl Johann Arnold (1829-1916).

Das Gedicht ist als Triolett verfasst.

Postillon
Mir liegen schöne Worte fern
Für meiner Liebe stille Tiefe:
Poeten haben Hippogryphe,
Sie senden Rose oder Stern.
Dem schlichten Sinn ist, wie ichs prüfe,
Solch hoher Flug zu fremd und fern,
Für treuer Liebe stille Tiefe.

Ein kluges Hündchen hätt' ich gern
Zum Boten meiner Liebesbriefe,
Das immer käme, wenn ich's riefe,
Bald Antwort brächte seinem Herrn,
Und freundlich hin und wieder liefe.
Dies kluge Hündchen hätt' ich gern
Zum Boten meiner Liebesbriefe.